Meilensteine

Cirkel im Wandel der Jahre 1898 - heute

Ende 2017 wird der Grundstein für ein energie- und ressourceneffizientes Kalksandsteinwerk in Neuenkirchen-Vörden gelegt.

Die Produktion von Kalksandsteinen wurde wieder aufgenommen. Der Vertrieb erfolgt unter dem Namen „KS* DAS ORIGINAL“. Als älteste Gesellschaft der KS-Industrie ist der Name „Original“ Geschichte und Hausforderung zugleich. Den gestiegenen Anforderungen des Marktes nachkommend, sind wir der erste Hersteller in NRW, der ausschließlich palettierte und in Folien verpackte KS-Steine anbietet. Die Verpackungsform ermöglicht - neben einer optimalen Logistik- einen rationellen Transport der Kalksandsteine auf der Baustelle.

Zur Stärkung des Kalksandstein-Bereiches wurde das Kalksandsteinwerk in Wickede von der Kruse-Gruppe übernommen. Somit festigt Cirkel seine führende Stellung als Lieferant der „weißen“ Baustoffe in NRW und darüber hinaus und bietet sich seinem Kunden als noch leistungsstärkerer Partner an. Die gesamte Produktpalette angefangen bei Verblendern über ein vollständiges Sortiment der klein- und mittelformatigen Kalksandsteine bis hin zum Rastersystem und KS-PLUS Bausystem in Rohdichten von 1,4 - 2,4 kg/dm3 kann aus dem Hause Cirkel bezogen werden.

Um einen modernen, leistungsstarken und vor allem hochwärmedämmenden Baustoff für den zukunftsweisenden Mauerwerksbau zu bieten, wurde PORIT-Porenbeton mit noch besseren Wärmedämmeigenschaften entwickelt. Mit PORIT aus dem Hause Cirkel können in einschaliger Bauweise ohne zusätzliche Dämmung die neusten Anforderungen an die Wärmedämmvorschriften erfüllt werden.

Der Einsatz von CIRCOSIL® als hochwirksames Substrat in der Klärwasserbehandlung wird erarbeitet. Ziel ist es, die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm wirtschaftlich und dauerhaft zu etablieren und so nachhaltig zum ressourcenschonenden Umgang mit diesem begrenzten Rohstoff beizutragen.

Weitreichende Optimierungen an der Produktion von CIRCOLIT® erlauben eine Erhöhung des Feststoffgehaltes von CIRCOLIT®-Slurry um 12,5 %. Diese neue Produktgeneration erhöht die Wirtschaftlichkeit beim Kunden und hat positiven Einfluss auf die Logistik.

Die Jahre waren geprägt durch einen Rückgang des Baumarktes, dem auch wir uns stellen mussten. So sind wir Mitbegründer der Baustoffwerke Münster-Osnabrück GmbH & Co. KG (BMO) und haben eine Beteiligung an den Ruhrbaustoffwerken in Castrop-Rauxel erworben. Wir haben uns spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb nur noch hochwertiger Baustoffe. Insbesondere haben wir die Verblendsteinproduktion deutlich ausgeweitet und bieten im Markt ein Angebotsspektrum an, welches seinesgleichen sucht.

Um noch stärker im Markt präsent zu sein, sind wir der PORIT-Marketinggesellschaft beigetreten. Die überregionale Präsenz der Marke PORIT und deren Bekanntheitsgrad stärkt unsere Vertriebsbemühungen der Marke PORIT ebenso wie KS-PLUS oder KS*Das Original.

Die Qualität unserer Produkte hat auch die Baumärkte in den Nachbarländern überzeugt, die wir verstärkt beliefern. Bedingt durch die Ausweitung der Produktion und der Ausweitung der Angebotspalette wird in den Jahren 2007/2008 das Werk Flaesheim um rund 30.000 m² erweitert.

Bei den Marken CIRCOSIL und CIRCOLIT ist ebenfalls eine stärkere Durchdringung des Marktes erreicht worden. Im Jahre 2007 musste das Werk Bad Salzdetfurth erweitert werden, um die stetig wachsende Nachfrage nach Catsan auch befriedigen zu können.

Somit haben wir die Grundlagen gelegt für das weitere Wachstum des Unternehmens in der Zukunft.

Zum 100jährigen Jubiläum 1998 ist der Vereinigungsboom längst verraucht und die Bauwirtschaft steht wieder vor unruhigen Zeiten. Indessen: Ein innovatives Team lässt sich so schnell nicht bange machen. Schließlich hat man für die Bewältigung aller künftigen Aufgaben eine produktive Hardware in Form von hochmodernen Fertigungsanlagen geschaffen und sich darüber hinaus mit dem optischen Signal des neuen Corporate Designs eine unverwechselbare Identität zugelegt.

1997 erhält das Unternehmen die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 für die im Werk Flaesheim hergestellten Baustoffe, was dem Namen Cirkel als eigenständigem Markenzeichen eine neue Qualität verleiht. Das Zertifizierungsverfahren selbst hat die Mitarbeiter zusammengeschweißt und das "Wir-Gefühl" enorm gestärkt.

Unsere Zielorientierung verbleibt beim höchsten Nutzen zugeschnittener Leistungsbündel für unsere Kunden, denen wir faire und offene Partner sein wollen. Wenn wir unser Handeln - wie einst die Gründer - stets unbeirrt an den Bedürfnissen und Ansprüchen des Marktes ausrichten, werden wir nicht nur die erreichte Position ausbauen und die hoch qualifizierten Arbeitsplätze erhalten, sondern auch unser eigenständiges Profil schärfen.

Zu Beginn der 90er Jahre zeigen sich die Erfolge der branchenfremden Diversifikationen. Weil die Kapazität des Standortes Emsdetten für die Produktion des Catsan-Vorproduktes nicht mehr ausreicht, erstellt Cirkel 1995 ein neues Werk mit modernster Fertigung in Bad Salzdetfurth. Derweil haben sich die Mitarbeiter in Emsdetten auf die Entwicklung und Herstellung der definiert eingestellten CSH-Produkte CIRCOSIL® und CIRCOLIT® spezialisiert.

Doch die Wurzeln des Unternehmens werden nicht vernachlässigt, was sich nach der Wiedervereinigung zu Beginn der 90er Jahre als richtig erweist. Die Beteiligung am Kalksandsteinwerk in Cottbus eröffnet die Möglichkeit, auch am Aufbau Ost teilzunehmen.

Das Werk in Flaesheim wird im Jahr 1994 - da es inzwischen aus allen Nähten platzt - um 25000 m² Fläche und um eine neu konzipierte Porenbetonanlage erweitert.

Die leicht zu verarbeitenden PORIT-Steine sind zunehmend im Eigenheimbau gefragt, so dass zu Beginn der 80er Jahre eine Porenbetonanlage mit neuester Fertigungstechnologie gebaut wird. Die Kapazität wird fast verdoppelt. Dennoch erkennen die Verantwortlichen, dass die Baurezession 1988 ihre Talsohle erreichen sollte. Allein mit Bauprodukten hat die Firma kaum Chancen auf eine expansive Entwicklung. Andererseits ist man sich seiner speziellen Kenntnisse in der Anwendung von Kalk, Sand und Wasser bewusst und versucht daher, diese CSH-Kompetenz künftig auch in neue Geschäftszweige einzubringen. Die eigene Forschung führt in der Folgezeit zu der gezielten Herstellung unterschiedlicher Calciumsilikathydrat-Kristalle für die verschiedensten Anwendungen als Füllstoffe oder Pigmente sowie hochsaugaktiver Stoffe. So wird das Vorprodukt für Catsan, der führenden Marke für Katzenstreu hergestellt.

In Erwartung eines weiter expandierenden Marktvolumens wurde zu Beginn der 70er Jahre nicht nur die bestehende Anlage umfassend modernisiert und erweitert, sondern parallel hierzu auch das im Jahr 1964 übernommene KS-Werk Emsdetten vollständig auf die Produktion von PORIT umgestellt. Unter voller Fahrt segelte das Unternehmen in bester Gesellschaft: Der Kalksandstein hatte inzwischen den Mauerziegel von Platz eins verdrängt. Das Rekordjahr 1972 strotzte mit traumhaften Absatzzahlen für die KS-Werke mit 700.000 fertiggestellten Wohnungen - einem Ergebnis, das selbst in den gesamtdeutschen Boomjahren nach der Wiedervereinigung nie mehr erreicht wurde.

Aber bedingt durch die Ölkrise und die in ihrer Konsequenz geschaffenen Wärmeschutzregularien stieg in den späten 70ern die Nachfrage nach wärmedämmenden Baustoffen. Damit schlug die Stunde der bauphysikalisch optimierten Cirkel-Systemelemente. Bei den damit konstruierbaren mehrschaligen Außenwänden übernimmt die statisch tragende PORIT-Schale auch die Funktion der Wärmedämmung.

Die seit 1977 neu hergestellten CIRCOSICHT-Verblendsteine stellten eine ideale Ergänzung zu dem Produktprogramm dar.

Mitte der 60er Jahre geriet der Baumotor erstmals in der Nachkriegszeit ins Stottern, worauf sich erneut zahlreiche Arbeitskräfte von der nach wie vor boomenden Industrie abwerben ließen. Diesen neuerlichen Arbeitskräftemangel am Bau nahm Cirkel zum Anlass, endgültig den Schritt zum Großformat zu gehen. Mit dem ab 1966 produzierten "Kalksandleichtstein" PORIT läutet man eine neue Ära in der Firmengeschichte ein. Denn mit den hohlblockgroßen, aber dennoch sehr leichten, einfach handhabbaren und sehr gut wärmdämmenden PORIT-Steinen konnte auf der Baustelle weitaus schneller und dazu mörtelsparender gearbeitet werden.

Im Jahre 1963 verlegt das Unternehmen seinen Firmensitz von Rheine nach Haltern-Flaesheim.

Nach der Währungsreform öffneten sich die Schleusen der Wirtschaft. Die Restriktionen entfielen und der Kurs aller Unternehmungen ging in Richtung Wachstum. Diese erfreuliche Entwicklung erzeugte eine zunehmende Nachfrage nach Baustoffen. Der daraufhin notwendige Ausbau der Produktionskapazitäten in beiden Werken machte das Unternehmen in den frühen 50er Jahren zum größten Kalksandsteinproduzenten in Nordrhein-Westfalen.

ÜBER BERG UND TAL

Am 01.01.1937 wurde die GmbH umgewandelt in die Rheiner Kalksandsteinwerke Cirkel & Co. KG. Christian Cirkel und Dietrich Wehrmeyer wurden als persönlich haftende Komplementäre bestellt. Gerade zweieinhalb Jahre später markierte das Unternehmen einen neuen Meilenstein in der Firmengeschichte. 1939 nahm das auf der grünen Wiese errichtete Tochterwerk in Flaesheim-Westleven die Produktion auf. Der Bau dieses KS-Werkes im südlichen Münsterland und recht nahe zur Zieglerhochburg Ruhrgebiet gelegen gilt zu Recht als Pionierleistung.

Doch machte die kompromisslose Vernichtung aller Werte im Zweiten Weltkrieg auch vor den Werken nicht halt. Das Werk Rheine war bei einer Bombardierung der Stadt stark beschädigt worden und das Werk Flaesheim lag infolge der Zerstörung der Lippe-Brücken und jener über den Weser-Datteln-Kanal praktisch auf einer Insel. Daher konnte es weder mit Kalk beliefert werden, noch war ein Abtransport der Steine möglich. In Rheine konnte nach Reparatur der wichtigsten Anlagenschäden Ende 1945 die Produktion wieder anlaufen.

In Flaesheim wurde eine provisorische Straße angelegt, so dass die LKWs durch den Kanal fahren konnten.

Selbst der fast vierjährige Betriebsstillstand während des ersten Weltkrieges konnte die Innovationskraft des aufstrebenden jungen Unternehmens nicht brechen. Im Jahr 1919 kam endlich der seit Jahren ersehnte Bahnanschluss, mit dem neue Absatzgebiete - vor allem in Richtung Ruhrgebiet erschlossen werden konnten.

Der wirtschaftliche Erfolg der ersten gegründeten Kalksandsteinwerke setzte bald eine Gründerwelle in Gang. Diskreditierungsversuche von der Konkurrenz, die mangelhaften Brandschutz nachsagten, erwiesen sich als Bumerang. Denn die Kalksandsteinproduzenten überzeugten in spektakulären Brandversuchen auch die letzten fachlichen und behördlichen Zweifler von der Widerstandfähigkeit und Dauerhaftigkeit der Produkte. Der griffige Slogan "Sicher bauen - mit Kalksandstein" ist keineswegs eine Erfindung moderner Werbestrategen, sondern durch die seinerzeit vom Verein der Kalksandsteinfabriken zwingend verlangte Qualitätsgarantie eine Zusage für Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit ihrer Produkte.

Der Geschäftsführer Christian Cirkel betrieb mit Nachdruck die Formulierung der Kalksandstein-Norm DIN 106. Die schrieb in ihrem Erscheinungsjahr 1925 erstmals verbindliche Mauersteinqualitäten fest - sehr zum Vorteil der baupraktischen Nutzer und zum Leidwesen aller "andersfarbigen" Mauersteinlieferanten. Die Vorteile der Kalksandsteine speziell gegenüber dem Ziegel waren nun öffentlich fixiert: eine gleichmäßige Druckfestigkeit von mindestens 150 kg/cm², eine mörtelsparende Maßhaltigkeit und Kantenschärfe. Und dies bei günstigen Herstellungs- und Lieferkosten.

1898 beurkundet der Königlich Preußische Notar Ludwig Roling gen. Havixbeck die Gründung der Rheiner Sandsteinwerke GmbH, Fabrik für Herstellung und Verkauf von Sandsteinen und Sandsteinfabrikaten. Die Gründerväter investierten gemeinsam das stattliche Stammkapital von 150.000 Reichsmark.